Partnerschaftstreffen Jeanne d'Arc/TVGG und Feier des 50 jährigen Jubiläums der Partnerstätte Le Coteau/Lorsch vom 25.-28.Mai.2017

50 Jahre Städtefreundschaft Le Coteau und Lorsch
 
Unter dem Zeichen des 50jährigen Jubiläums zwischen der französischen Partnerstadt Le Coteau und der Stadt Lorsch stand die Begegnung zwischen dem Turnverein Jeanne d'Arc und der Turnabteilung der Lorscher Turnvereinigung. 64 französische Gäste, darunter 27 junge Leute bis 25 Jahre, waren zum 48. Treffen nach Lorsch gekommen, gemeinsam mit einer Delegation von Kommunalpolitikern. Sie alle hatten Quartier bezogen bei ihren Lorscher Freunden. Wo es mit der Sprache nicht so recht klappen wollte, wurden Hände und Füße dazu genommen.
 
Höhepunkt des Treffens war der gemeinsame Sportabend in der Halle im Ehlried. Dabei tauschten die Ehrenpräsidentin der Jeanne d'Arc, Elianne Barnay, der neue Präsident Yannick Couturier und der junge Vizepräsident Clément Villemagne Präsentkörbe mit regionalen Produkten mit dem Lorscher Turnabteilungsleiter Gerhard Arbes aus.

2017052528_lc_8

Als besonderes Gastgeschenk hatten die Franzosen den Lorscher Turnern zwei Vereinswappen in Bronze überreicht. Eliane Barnay, zuständig für den Partnerschaftsaustausch freute sich, wieder in Lorsch zu sein. In zwei Jahren werde man das 50jährige Jubiläum in Le Coteau feiern. Das seit 1969 durchgeführte jährliche Treffen zeuge von Lebendigkeit. Sie dankte den Lorscher Gastgebern, dass sie in all den Jahren die gegenseitige Freundschaft vertieft hätten. Die Begeisterung sei größer geworden, die Treffen ein voller Erfolg. Elianne Barnay verkniff sich auch nicht den Hinweis auf den neu gewählten französischen Präsidenten Emanuel Macron. Sein Bekenntnis zu Europa sei wichtige für beide Länder. Frankreich habe viel zum Gelingen der Europäischen Union beigetragen.
 
Die Ehrenpräsidentin stellte auch den neuen Präsidenten der Jeanne d'Arc vor, Yannick Couturier und den jungen Vizepräsidenten Clément Villemagne. Der begrüßte alle anwesenden Gäste des Abends. Diese Treffen zu Christi Himmelfahrt seien immer wieder eine große Freude. "Wir wollen alle diese Tradition fortsetzen und gemeinsam eine schöne Zeit verbringen", erklärte er. Elianne Barnay sei neun Jahre lang Präsidentin des Vereins gewesen. Für das, was sie in diesen Jahren geleistet habe, gebühre ihr Dank. "Wir wollen alle dafür sorgen, dass der Austausch weitergeführt wird", schloss er, nicht ohne die Aufforderung: "Es lebe die Freundschaft zwischen Lorsch und Le Coteau", die im Beifall der Gäste fast unterging.
Turnabteilungsleiter Gerhard Arbes hatte alle Gäste begrüßt mit dem Hinweis, dass die Verschwisterungsfeier der beiden Vereine 2018 in Le Coteau und 2019 in Lorsch über die Bühne gehen werde. Die Turnabteilung der Tvgg sei der einzige Lorscher Verein der über Jahrzehnte eine Freundschaft pflege mit dem Turnverein Jeanne d'Arc in Le Coteau. Daraus seien zahlreiche persönliche und familiäre Freundschaften entstanden, auch zwischen den Jugendlichen. "Wir hoffen, dass die Freundschaft unserer Völker, zwischen Vereinen, Organisationen und Familien trotz aller terroristischer und krimineller Aktionen auch in Zukunft bestehen bleibt. Wir fühlen uns sicher alle als Franzosen, Belgier, Tschechen und Deutsche aber auch als aufrechte demokratische Europäer", wünschte er. Bianca Schleißmann erwies sich einmal mehr als sprachkundige Dolmetscherin.
 
Als die Riegen der Turnerinnen und Turner aus Le Coteau und Lorsch in die Halle eingezogen waren, erhoben sich alle Anwesenden zum Singen der Nationalhymnen und der Europahymne "Freude, schöner Götterfunken".

2017052528_lc_4

2017052528_lc_5

2017052528_lc_6

2017052528_lc_7

2017052528_lc_9

Danach begann ein sportliches Feuerwerk, beginnend mit den kleinen Buben, die als Piraten über Bänke und Kasten purzelten und kletterten,

2017052528_lc_10

bis hin zu den Senioren des Partnervereins Jeanne d'Arc mit einem symbolischen Tanz.

2017052528_lc_12

Dazwischen turnten Mädchen, junge Damen, Buben und junge Männer auf Bodenmatten, nutzten das Sprungtrampolin für einfach Sprünge bis hin zu gewagten Salti.

2017052528_lc_11

Da zeigte eine Lorscher Mädchengruppe akrobatische Übungen, da turnte eine andere Mädchengruppe am Schwebebalken.

2017052528_lc_14

Übungen am Seitpferd, Riesenfelgen am Reck, Handstand am Barren, Rope-Skipping, Tänze und Trampolinsprünge über Seitpferd und Sprungtisch wechselten sich ab.

2017052528_lc_13

2017052528_lc_15

Immer wieder demonstrierten französische und deutsche Turnriegen ihr Können. Fachkundig moderierte Michael Gremm, einer des besten Lorscher Turner, die Vorführungen. Der Beifall der Zuschauer war Sportlern sicher, selbst wenn die eine oder andere Vorführung nicht so recht klappen wollte. Das Engagement der Turnerinnen und Turner war nicht zu übersehen. Alles funktionierte nur, weil zahlreiche Helferinnen und Helfer beim Auf- und Abbau der Geräte aktiv waren. Als kleines Dankeschön erhielten alle Kinder ein Eis am Stiel.
 
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
 
Von einem Zeitfenster von 50 Jahren sprach der Lorscher Bürgermeister Christian Schönung beim Festakt des 50. Jahrestags der Verschwisterung zwischen Le Coteau und Lorsch in der Nibelungenhalle. 50 Jahre Verschwisterung und Freundschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Städte sei ein Rückblick auf 50 Jahre gelebtes Europa von 1967 bis zum Jahr 2017, unterstrich das Stadtoberhaupt.
 
Angereist zu der Jubiläumsfeier waren Politiker und Turnerinnen und Turner des Vereins Jeanne d'Arc aus Le Coteau, Abordnungen aus Zwevegem (Belgien), Sternberk (Tschechien) und Thal (Thüringen). Sie waren fast alle untergebracht bei Lorscher Freunden mit denen sie auch einige Zeit zusammen verbringen konnten. Zu dem Jubiläumsprogramm gehörte ein Ausflug nach Mannheim, ein traditioneller Sportabend in der Halle im Ehlried, ein Festakt in der Nibelungenhalle mit erneuter Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrags, die Einweihung zweier Welterbebänke, Kaffee und Kuchen an der Tabakscheune, wo auch eine Führung erfolgte. Beschlossen wurde das Jubiläum mit einem Tanzabend in der Nibelungenhalle. Am Sonntag reisten alle Delegationen wieder ab, erfüllt von dem Versprechen, Partnerschaft und Freundschaft weiterhin zu pflegen und auszubauen.

2017052528_lc_1

2017052528_lc_2

2017052528_lc_3

Christian Schönung sprach bei dem Festakt in der Nibelungenhalle von leidvollen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, die die Menschen am eigenen Leib erfahren hätten. Unkenntnisse und gegenseitige Vorurteile zwischen den Völkern wären durch Kriegstreiber geschürt worden. Getragen von dem festen Willen: "Nie wieder Krieg" sei die Partnerschaft zwischen Lorsch und Le Coteau entstanden. Es sei eine stabile Europäische Union entstanden. Leider blase jetzt ein Wind aus der Mitte Europas uns allen kalt ins Gesicht. Nationale Eigenheiten führten zu einer Abgrenzung. Angesichts der Zuwanderung politischer und wirtschaftlicher Flüchtlinge müsse festgestellt werden, dass in der "Festung Europa" allerorten eifrig weitere Wagenburgen errichtet würden. Der europäische Gedanke werde nicht länger als Garant des Friedens betrachtet, vielmehr als dessen Totengräber diffamiert. Christian Schönung versprach, auch in stürmischen Zeiten die Hände nicht loszulassen. Die deutsch-französische Freundschaft sei unzertrennbar.
 
Le Coteaus Bürgermeister Jean-Louis Desbenoit sprach von einer goldenen Hochzeit zwischen den Gemeinden, eine Zeit in der die verschiedenen kulturellen, politischen und religiösen Aktivitäten zu freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bürgern geführt hätten. Bereits 1951 habe der Rat der Gemeinden Europas in Genf das Ziel ausgegeben, "die Aussöhnung zwischen den europäischen Völkern und die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern". In diesem Sinn solle die Begegnung zwischen der Bevölkerung beider Städte weitergeführt werden. "Ich glaube", so Jean-Louis Desbenoit, dass wir die Tragweite der Verantwortung, die wir von unseren Vorgängern übernommen haben, klar ermessen, wie weiterverfolgen, ja selbst verstärken wollen im Handeln und mit dem Ziel und der Perspektive einer europäischen Einigung, die sich gerade in Schwierigkeiten befindet. Wir wollen ein solidarisches, ein gerechtes und sozialeres Europa, damit alle Europäer in Frieden und Freiheit leben können".
 
Eliane Barnay, Ehrenvorsitzende des Turnvereins Jeanne d'Arc sprach von einer 48jährigen Freundschaft mit der Turnvereinigung. Das sei ein guter Beweis der Brüderlichkeit zwischen den beiden Städten.
 
Annette Moll, Vorsitzende des Lorscher Partnerschaftsvereins bezeichnete ihre Organisation als "Bewegung von unten". Über alle Parteigrenzen hinweg sorge der Verein für Verbindungen zwischen den Partnerstädten. Das gegenseitige Kennenlernen sei besser als Kontakte in sozialen Medien.
 
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch die Schola der katholischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Thomas Adelberger. Der Chor stimmte zum Abschluss die Europa-Hymne an Freude schöner Götterfunke". Sie wurde sowohl auf deutsch als auch auf französische von allen Anwesenden lauthals mitgesungen.