Festakt zu 140 Jahre TVGG Lorsch 1871
Straßenlaterne aus Le Coteau brennt im Ehlried
Turnabteilung der Lorscher Tvgg hat Gastgeschenk renoviertEröffnet wurde das nicht ganz runde 140jährige Jubiläum der Lorscher Turnvereinigung mit der feierlichen Enthüllung einer originalen Straßenlaterne aus der französischen Partnerstadt Le Coteau. Der befreundete französische Turnverein Jeanne d’Arc hatte diese Laterne im Jahr 1978 der Turnabteilung mitgebracht. Wie Abteilungsleiter Gerhard Arbes bei der kleinen Feierstunde vor der GGEW-Sporthalle sagte, sei das gute Stück im Laufe der Jahre ein wenig vergammelt. Mit Hilfe einiger Mitglieder der Turnabteilung und von Handwerkern aus Lorsch und Einhausen sei die Laterne abgestrahlt worden, die Gläser wurden erneuert, die Elektrik ebenso, die Laterne bekam einen neuen Anstrich und sie wurde vor der GGEW-Sporthalle im Ehlried aufgestellt. Gerhard Arbes hat eine Uhr dazugeschaltet, damit die Lampe bei Dunkelheit automatisch zu brennen beginnt. Gerhard Arbes begrüßte zu diesem Festakt neben zahlreichen Mitgliedern der Turnabteilung auch den fast kompletten Vorstand des befreundeten Turnvereins Jeanne d’Arc aus Le Coteau, angeführt von der Vorsitzenden Eliane Barnay. Die freute sich, dass die Laterne nun wieder einen Ehrenplatz erhalten habe. Sie selbst sei zwar 1978 bei der Geschenkübergabe noch nicht dabei gewesen, da sie erst seit 25 Jahren dem Vorstand angehöre, es sei aber schön, dass mit dieser Straßenleuchte ein äußerliches Symbol der Freundschaft bestehe, die hoffentlich noch ewig dauern werde.Bürgermeister Christian Schönung erinnerte sich bei seinen Grußworten an eine Geschichte aus dem Französischunterricht. Sie stammte aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry, und sie handelte von einer Laterne und dem Laternenanzünder. Er freue sich, dass nunmehr zwei Le Coteauer Straßenlaternen in Lorsch stünden, eine im Ehlried und eine im Park hinter dem Stadthaus, die eigentlich auch einmal restauriert werden müsse. Er hoffe, dass sie dazu beitrügen, die Freundschaft zwischen den beiden Vereinen zu erhalten. Während Christian Schönung seine Rede in Deutsch und Französisch vortrug, betätigte sich Bianca Schleißmann bei den anderen Reden als Simultandolmetscherin. Hans-Helmut Walter, der frühere Leiter der Turnabteilung, bedankte sich ausdrücklich für das gelungene Werk bei Gerhard Arbes und seinen Freunden. Dazu gehörten unter anderem Sabine Kallenbach-Gremm, Benedikt und Michael Gremm, Walter Spiwak, Jürgen Vock und Achim Gutschalk. Sie hätten viel Arbeit geleistet, um dieses Symbol der Partnerschaft wieder zum Leuchten zu bringen. Die Feierstunde wurde mit einem Glas Sekt beendet.Danach konnten die Gäste die Schautafeln besichtigen, zusammengestellt von Peter, Erhard und Elke Engelhardt. Sie zeigten die Geschichte des Turnvereins (der Turnabteilung) in den vergangenen 140 Jahren in Bildern und Zeitungsartikeln vorwiegend aus dem Bergsträßer Anzeiger.
Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit
Aus dem Turnverein 1871 und der Turngemeinde 1906 wurde die Lorscher TurnvereinigungIm Jahr 1933 seien die Turngemeinde 1871 und der Turnverein 1906 mehr oder weniger zwangsweise zur Turnvereinigung 1871 (Tvgg) Lorsch zusammengeführt worden, erklärte Norbert Weinbach in seiner Festrede anlässlich des 140jährigen Bestehens des Vereins in der GGEW-Sporthalle. Weinbach hatte seinen Vortrag unter das Motto gestellt, das der Verein zu seinem 100jährigen Jubiläum gewählt hatte: „Großes Werk gedeiht, nur durch Einigkeit“. Weinbach streifte die Geschichte der Turnerei in Lorsch, die ein großes Auf und Ab erlebt habe. Er zitierte dabei den unvergessenen Vorsitzenden Kurt Horn, der zum 100jährigen geschrieben hatte: „Unsere Vereinsgeschichte zeigt ein stetes Auf und Ab, Fortschritte aber auch Stillstand. Eins ist aber immer wieder mit Freude festzustellen: es hat zu allen Zeiten Turn- und Sportbegeisterte gegeben, die bereit waren, sich als Mitarbeiter dem Verein zur Verfügung zu stellen. Frauen und Männer, die bereit waren, die 1871 ins Leben gerufene Turnerei weiterzuführen und das anvertraute Gut zu erhalten und weiter auszubauen“. Mit enthalten in der Rede war aber auch die seit 42 Jahren bestehende Freundschaft mit dem Turnverein Jeanne d’Arc aus Le Coteau.
Eigens zu diesem Festakt waren fast alle Vorstandsmitglieder dieses Vereins nach Lorsch gekommen. Die Vorsitzende Eliane Barnay betonte, dass die Jeanne d’Arc sich geehrt fühle, eingeladen worden zu sein. Dies sei ein Zeichen für das Wohlbefinden in der Gesellschaft. Der Sport bringe moralische Werte zur Geltung, Fairness und Sportgeist. Gerard Furnon, Sprecher der „Alten Freunde“ der Jeanne d’Arc überreichte als Gastgeschenk eine Jumboflasche Rotwein mit eingraviertem Tvgg-Emblem.Durch die Anwesenheit von fünf Stadträten werde die Leistung der Turnvereinigung gewürdigt, auch die der Menschen, die an diesem Abend geehrt würden, sagte Bürgermeister Christian Schönung in seiner kurzen Gastrede. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er dem Abteilungsleiter Gerhard Arbes einen Scheck. Bianca Schleißmann übersetzte alle Reden direkt ins Französische. Die Festrede von Norbert Weinbach hatte sie für die Gäste schriftlich in deren Sprache überreicht. Das festliche Programm, bei dem es auch einen kleinen Imbiss gab, wurde musikalisch umrahmt durch Klavierbeiträge der Turnermädchen Julia Röper, Kira Gremminger, Selina Hauptmann, Kathrin Kirschbaum. Dabei gab es für Kathrin Kirschbaums Beitrag „Für Elise“ (Ludwig van Beethoven) besonders viel Beifall. Die jungen Damen wurden begleitet von Petra Weis, der Leiterin der Musikschule Lorsch.Sportliche Darbietungen am Boden gab es von der Leistungsgruppe der Mädchen unter der Leitung von Ruth Jakob und Nora Arbes.Zum Abschluss zeigten einige Mitglieder der Trampolingruppe von Gerhard Arbes gewagte Sprünge mit Salti und Schrauben.Gerhard Arbes, Leiter der Turnabteilung hatte die Mitglieder und Freunde der Turnabteilung in der vollbesetzten GGEW-Sporthalle begrüßt. Gemeinsam mit Elke Engelhardt hatte er die Mitgliederlisten durchforstet, um langjährige Mitglieder ehren zu können. Ein kleines Gremium der Abteilung hatte diesen Festakt vorbereitet und sich darum gekümmert, dass die Veranstaltung nicht zu ernst wurde.
Ehrungen standen im Mittelpunkt
Dank der Lorscher Tvgg-Turnabteilung für langjährige MitgliederSeit 140 Jahren bestehe jetzt die Lorscher Turnvereinigung, die entstanden sei aus Turnverein und Turngemeinde, betonte Gerhard Arbes, Leiter der Tvgg-Turnabteilung, die dieses Jubiläum in der GGEW-Sporthalle mit einem Festakt beging. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden 73 langjährige und verdienstvolle Mitglieder geehrt.
Für 25jährige Zugehörigkeit zur Turnabteilung wurden mit Urkunde und Vereinsnadel in Bronze geehrt: Karin Brand, Berthild DeRaadt, Ingrid Diehl, Ursula Dölger, Magdalene Dorn, Eva Maria Eberle, Margrit Helms, Sabine Horn, Josef Jakob, Heribert Koob, Karl F. Lammel, Stefan Engelhardt, Kläre Leonbacher, Monika Ofenloch, Renate Rickers, Waltraud Ruh, Brigitte Schmidt, Gudrun Schmitt, Marita Übel, Marianne Werner, Gisela Zengerle, Andreas Adams, Renate Bartl, Gerlinde Denefleh, Corina Fillauer, Inge Frister, Tilli Gärtner, Birgit Gleich, Maria Groß, Karin Heinz, Christina Hempel, Angela Jakob, Isolde Marinelli, Reinhold Metz, Pamela Schader, Mechthild Scheller, Barbara Straub, Andrea Walter.
Die Nadel in Gold bekamen für 50jährige Mitgliedschaft Hermann Heinbach, Hans-Helmut Walter, Margot Werner, Alma Wüst.
Seit 60 Jahren dabei sind Werner Adrian, Peter Engelhardt, Annemarie Levasier, Heinrich Metz, Franz Roth, Evelin Stützer, Bernhard Wahlig, Käthe Wahlig, Katharina Walter, Maria Wiedemann.
Gerhard Arbes bedankte sich bei allen für die langjährige Treue zum Verein. Den Mitgliedern, die nicht anwesend sein konnten, würden Urkunde und Nadel nachgereicht.„Wer älter ist als Jopi Heesters, der hat etwas geleistet“, leitete Sportkreisvorsitzender Günther Bausewein eine besondere Ehrung ein. Mit dem „älter“ meinte er die Turnvereinigung. Es gebe viele Vereine mit Jubiläen in diesem Jahr, keinen aber mit 140 Jahren. „Zusammehalte, Kopp in de Sand un weider“, das helfe auch für die Zukunft, meinte er. Im Namen des Landessportbundes, der 1,2 Millionen Mitglieder habe, ehrte er den Lorscher Sportfunktionär Walter Spiwak über seine über Jahrzehnte geleistete Arbeit mit Verdienstnadel und Urkunde.
Petra Dumbeck, stellvertretende Vorsitzende des Turngaus Bergstraße ehrte in dessen Namen zwanzig verdiente Sportlerinnen und Sportler, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet hätten. Dazu gehörten Rita Heinbach, Erika Eichhorn, Ruth Jakob, Erhard und Elke Engelhardt, Waltraud Metz, Annemarie Remeza, Sabine Kallenbach-Gremm, Christina Gutzler, Brigitte Jöst, Regina Eberlein, Regine Müller, Nora und Gerhard Arbes, Klaus Müller, Renate Spiwak, Manuel Rau, Marianne Schleißmann, Norbert Weinbach.Eine besondere Ehrung hatte sich die Turnabteilung für ihre zuverlässige Reinemachefrau Brigitte Jöst. Sie erhielt „Kehrschaufel und Dreckschipp“, zusammen mit einem Gutschein, um mit ihrem Mann einmal gut essen gehen zu können, wie der frühere Abteilungsleiter Hans-Helmut Walter betonte.









